MARK LETTIERI

MarkLettieri cover web

Album: DEEP: The Baritone Sessions Vol. 2
Label: Leopard
Vertrieb: Broken Silence
VÖ: 16. April 2021
 

Snarky Puppy Guitarist Mark Lettieri veröffentlicht

Deep: The Baritone Sessions Vol. 2 auf LEOPARD

 

Der für sein verdichtetes, schwer groovendes Rhythmusspiel — sei es nun im Dienst des Grammy-Preisträgers Snarky Puppy, den Fearless Flyers oder auf seinen sechs bisherigen Soloalben — bekannte Gitarrist Mark Lettieri, hat den perfekten Algorithmus für den Funk gefunden. Er kombiniert Einflüsse von Ikonen der Rhythmusgitarre der 70er und 80er Jahre, wie Prince oder Nile Rodgers, mit Inspirationen, die er von James Brown, George Clinton und P-Funk, Stevie Wonder, The Brothers Johnson, Rufus & Chaka Khan und anderen erhalten hat. Der in Forth Worth, Texas wohnende Musiker hat sich mit seinen messerscharfen Licks im Bewusstsein von Funkliebhabern festgesetzt, seit er 2008 zu Snarky Puppy gestoßen ist. 

 

Nach einer Reihe erfolgreicher Soloalben — Knows in 2011, Futurefun in 2013 und Spark and Echo in 2016 — begann Lettieri eine Affinität für die dunklen Tiefen der Bariton-Gitarre zu entwickeln. Daran ließ er in seiner beliebten Videoserie „Baritone Funk Thursday“ auf diversen sozialen Medien auch eine breite Öffentlichkeit Anteil nehmen. Aus dieser nur online zu erlebenden Serie ging 2019 Deep: The Baritone Sessions hervor, eine sieben Nummern umfassenden EP. Darauf sind auch andere Mitglieder von Snarky Puppy, wie Bobby Sparks und Justin Stanton am Keyboard, und Jason „JT“ Thomas am Schlagzeug zu erleben. Dazu gesellten sich noch der Bassisten Wes Stephenson von den Funky Knuckles und der früheren Prince-Trompeter Philip Lassiter. Dieselbe Crew meldet sich nun mit Deep: The Baritone Sessions, Vol. 2 zurück, einer echten LP, die die ganze Breite und Tiefe von Lettieris etwas rauerer Sorte von Funk voll zur Geltung bringt. Der Drummer Nate Smith, Fearless Flyers Bandkollege des Gitarristen, ist ebenso mit an Bord für dieses Fest des Groove, wie eine ganze Reihe anderer Gäste; etwa die Stimmsensation Jacob Collier, der frühere Prince-Schlagzeuger TaRon Lockett, der Pedal-Steel Gitarrist der Rascal Flatts, Adam Deitch, der Snarky Puppy Drummer Robert „Sput“ Searight, Tenorsaxophonist Keith Anderson und als ganz besonderer Gast, der Gitarrensolist Steve Lukather. 

Von den frischen und ineinandergreifenden Zeilen von „Red Dward“, über die chank-a-chank Rhythmusgitarre und Vocoder Ausformungen im Stil eines Herbie Hancocks der späten 70er Jahre in „Magnetar“, bis zu dem von Prince inspirierten „Tidal Tail“ und dem vorwärtsdrängenden „Star Cathcers“, das in gewisser Weise eine neue Version der Brecker Brothers featuring Philthy Hornz ist, präsentiert Deep Lettieris bemerkenswertes Können auf sechs Saiten und seine Fähigkeit, mehrere Gitarrenlagen für den maximalen funky Effekt meisterlich aufeinander zu türmen. Andere Stücke, wie das atmosphärische „Blue Straggler“, einem Amalgam aus Funk, Country und Hintergrundmusik, das durch Toys Pedal-Steel befeuert wird, oder das in kleiner Besetzung ausgeführte „Sublight“, in dem neben Lettieri an einer akustischen Fingerstyle Gitarre nur noch seine omnipräsente Bariton-Gitarre und das gefühlvolle brushes-on-snare Spiel von Jason Thomas zu hören sind, bieten einen Tempowechsel und zeigen eine ganz andere Seite des langjährigen Snarky Puppy Sideman.

„Die erste Deep Aufnahme entstand, weil ich einige Videos auf den sozialen Medien gepostet habe. Und zwar von Funk-Rock Nummern für Bariton-Gitarre, die ich zuhause komponiert habe“, erzählt Mark. „Das waren alles eigentlich nur Demos, eine lustige social media challenge für mich. Aber langsam begriff ich den Wert dieser Stücke. Sie waren auch ein bisschen etwas anderes als das, was sonst so produziert wurde. Ich habe also erkannt, dass auch künstlerisch etwas darin zu entdecken war. Und die Leute reagierten extrem positiv, was ich eigentlich nicht erwartet hatte.“ 

 

Lettieri nahm eine Reihe dieser früheren Demostücke, baute sie aus und fügte Live-Instrumentation hinzu, die seine ursprüngliche Schlagzeug und Keyboard Begleitung ersetzte. Und so entstand Deep: The Baritone Sessions. „Das Album heißt aber nicht Vol. 1, weil ich mir nicht wirklich sicher war, was daraus werden würde, “ erinnert er sich. „Aber den Leuten schien es zu gefallen und das Zusammenstellen der Nummern war etwas, das ich gerne öfter machen wollte. Die zweite Aufnahme sollte also, ganz ähnlich wie das erste Album, wieder eine EP werden. Aber dann rief mich Joachim Becker an und fragte: ‚Willst du nicht eine richtige LP daraus machen?‘ Ich stimmte zu und kurz darauf, Ende August, Anfang September vergangenen Jahres, erlebte ich eine Art von kreativem Schub und schrieb den Großteil der Musik für dieses Album.“

 

Das während der Pandemie entstandene Deep: The Baritone Sessions Vol. 2 ist ein Triumpf der Kreativität, der auf Lettieris lebenslanger Liebe für den Funk aufgebaut ist. „Der Großteil der Produktion fand zuhause statt. Ich habe die Nummern als E-Mail an meine Musiker verschickt, diese haben in ihren Heimstudios ihren Teil eingespielt und dann das Ganze an mich zurückgeschickt. Der kollektive Geist der Aktion war ziemlich cool und für die zweite Runde habe ich daher den Kreis der Teilnehmer ein bisschen erweitert. Ich bin wirklich froh, dass es eine vollständige Platte geworden ist und nicht nur eine zweite EP. Es war toll, diese ganze Musik herauszubringen. Es war auch irgendwie kathartisch für mich. Als die Pandemie so richtig begann und plötzlich dein gesamter Kalender leergefegt wird, steht man schnell vor einer kleinen Sinnkrise. ‚Warum mache ich das eigentlich? Zahlt es sich aus? Wie soll ich damit meine Familie erhalten?‘ Ich stellte mir eine ganze Reihe dieser Fragen. Songwriting war nicht der erste Gedanke den ich hatte, als der Lockdown begann. Es war mehr ein Gefühl von: ‚Ich muss etwas tun‘. Und dann fiel der Groschen: ‚Ich bin doch Künstler, ich erschaffe Dinge.‘ Darum bin ich so froh, dass dieses Album entstehen konnte.“

 

Während Lettieri mehrere Gitarrenstimmen zu Hause einspielte und die Bassisten Wes Stephenson, Daric Bennet und Braydon Lacy ebenfalls in ihren jeweiligen Häusern aufnahmen, wurden die Schlagzeugpartien in verschiedenen Studios eingespielt — von Jason "JT” Thomas in Farmers Branch, Texas und von Nate Smith in Nashville, Adam Ditch in Denver. „Die Hörner auf ‚Star Catchers‘ wurden in unterschiedlichen Teilen der Welt eingespielt,“ erzählt der Gitarrist. „Philip Lassiter arrangierte die Stücke in Holland schicke sie dann an die anderen Mitstreiten überall auf der Welt — einer in Europe, einer in Brooklyn und einer an der Westküste. Mein Keyboarder für dieses Stück, Justin Stanton, war in Portugal. Und dann spielte Steve Lukather seinen Teil im Studio seines Sohnes in L.A. ein. Die Musiker dieser Nummer waren überall verstreut.“ Während Lettieri für alle Stücke akribisch genaue Demos bei sich zuhause herstellte, ließ er den Musikern die Freiheit, ihren Teil frei zu interpretieren und die Nummern dadurch zu bereichern. „Natürlich hören sie Dinge, die ich nicht wahrgenommen habe“, sagt er. „Und die Schlagzeuger hören Sachen, die ich nicht vorherbestimmen kann. Ich freue mich über ihre Interpretation der von mir vorgegebenen Richtung.“

 

Mark erklärte den Prozess des Schneidens und Übereinanderlegens der verschiedenen Gitarrentonspuren für diese Nummern so: „Bei manchen ist es ziemlich kompliziert. Man könnte sagen, dass ich die Gitarren zuerst sehr dicht arrangiere und dann beginne, Dinge wieder wegzunehmen. Auf diese Weise erkenne ich, welche Teile für das Stück wirklich essentiell sind und welche nur den Mix verworrener machen. Ich denke viel darüber nach und verwende Töne sehr bewusst. Vor allem bei der Bariton-Gitarre muss man vorsichtig sein. Je mehr man davon in ein Stück hineinpackt, umso dichter wird der Bereich der tiefen und mittleren Tonfrequenz. Dann besteht die Gefahr, dass kein Platz mehr für die Bassgitarre, tiefe Synthesizer oder jede Art von elektronischem Bass bleibt. Ich muss mir also dieser Gefahren immer bewusst sein. Aber in jedem der Songs ist das Hauptmotiv oder Riff eine Bariton-Gitarre. Und dann beginne ich damit, das Ganze mit bis zu drei zusätzlichen Stimmen, oder in manchen Fällen mit einer Melodie, auszuschmücken. Aber der Großteil der Bariton-Musik ist nicht so melodisch wie meine anderen Aufnahmen. Das ist irgendwie absichtlich so. Musik für Bariton-Gitarre hat ihre eigene Nische, weil sie Riffs aufeinanderlegt, bis ein komplexes Gitterwerk entsteht.“

 

Zurückgreifend auf ein Arsenal an Gitarren — PRS und Dan Grosh Standard E-Gitarren, in Kombination mit seinen Danelctro, Bruno Bacci, Supro und Hybrid Big 6 Bariton-Instrumenten — arbeitete Lettieri mit akribischer Genauigkeit jene zehn Stücke aus, die nun auf Deep: The Baritone Sessions Vol. 2 versammelt sind. „Ich mag die funky Rhythmusgitarre, aber ich schätze auch den Bass und leider kann ich nicht beide gleichzeitig spielen“, erklärt er. „Die Bariton-Gitarren sind also in gewisser Weise die goldene Mitte. Für meine Baritone Funk Videos, die ich donnerstags auf YouTube, Facebook und Instagram gestellt habe, begann ich Anfang 2016 intensiv mit diesem Instrument zu arbeiten. Ich beschäftigte mich ein paar Monate damit, bis ich eine große Sammlung funkiger Riff-Nummern beisammenhatte. Aus diesen habe ich sieben ausgewählt, die dann auf dem ersten Album von Deep erschienen sind. Zu dem Zeitpunkt hatten die Leute schon begonnen, mich als denjenigen zu sehen, der diese komischen Sachen mit der Bariton-Gitarre macht. Und jetzt komme ich nicht mehr davon los.“

 

Mit Deep: The Baritone Sessions Volume 2, treibt Lettieri das Ganze auf eine neue Spitze, mit unwiderstehlichem pocket playing und low-end lines, die die Körper der Zuhörer zum mitschwingen bringen. „Darum geht es doch in Wirklichkeit“, erklärt er lachend. „Wenn die Musik deine Lautsprecher nicht wegpusten kann, dann habe ich mich nicht genug angestrengt.“

 

Er fügt noch hinzu: „Ich höre mir oft die großen Aufnahmen der 70er und 80er Jahre an und achte darauf, wie die Gitarrenstimmen angeordnet sind. Das hat mich bei meiner eigenen Arbeit immer stark beeinflusst. Mit der Bariton-Gitarre muss ich mir jetzt wirklich immer gut bewusst sein, welche Tonfrequenzen ich damit abdecke. Darum spiele ich dazu mit einer normalen Gitarre, um dem Ganzen etwas mehr Lebhaftigkeit zu verleihen. Ich habe bisher nie wirklich für Streichorchester oder ähnliche Ensembles komponiert. Ich würde das zwar gerne lernen, aber ich denke, dass ich bei der Rhythmusgitarre besser aufgehoben bin.“

 

 
 

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