SIMON OSLENDER

SimonOslender cover web

Album: About Time
Label: Leopard
Vertrieb: GoodToGo
VÖ: 31. Januar 2020
 

Das Debut Album

About time.

It’s all about (the) time.

It’s all about (the) timing.

Das Gefühl für Zeit, der Umgang mit ihr, das Gespür dafür, wann es einen Ton oder einen Akkord zu setzen gilt, und – fast noch wichtiger – wann nicht. Der Umgang mit Pausen als gestaltendes, dramaturgisches Element. All das wird gern von Musikern erwartet, Qualitäten, die – so der allgemeine Tenor – mit vielen Jahren Spielpraxis und Erfahrung, mit zunehmender Reife, kurz: mit dem „Alter“ kommen. Aber manchmal eben auch nicht kommen. Und wir kennen die Sprüche: Feeling hat man oder man hat es nicht. Oder: virtuos, ja, aber kalt, ohne Gefühl. Oder: viel Feeling, aber technisch eher unbedarft.

Dass Simon Oslender jene Qualitäten bereits jetzt in seinem Spiel vereint, mag angesichts seines jugendlichen Alters verwundern. Das wirft Fragen auf. Wie ist das möglich? Bei einem gerade einmal 21-Jährigen. Ein Naturtalent? Eine Ausnahmeerscheinung? Oder einfach ein Frühreifer?

Mögliche Antworten und Erklärungsversuche sind wie immer vielschichtig. Talent ist das eine, harte Arbeit und Beharrlichkeit das andere. Dann ein musikalisches Elternhaus (Vater Schlagzeuger, Mutter Sängerin). Und viel Hören, immer wieder Hören, Zuhören. Simon lauscht Kollegen wie Herbie Hancock, Dr. Lonnie Smith, Larry Goldings, Joey DeFrancesco, Richard Tee, Tom Canning, Ricky Peterson, George Duke – Meister ihres Metiers, die ihre handwerklichen Fähigkeiten in den Dienst der Musik stellen und allesamt mit viel Seele, mit soul und feeling spielen. Und mit viel groove – noch so etwas, was man vermeintlich hat oder eben nicht. Auch das eine Frage des timing.

 

Und er lernt bei Frank Chastenier. Der einstige WDR-Big-Band-Pianist wird zu seinem Mentor, ein Maestro, der Simons doppelte Leidenschaft für das Klavier und die Orgel teilt. Jemand, der in einem Moment die Hammond dampfen und seine Hörerschaft förmlich von den Sitzen reißen kann und im nächsten Moment das Piano singen und die Musik atmen lässt, jeden einzelnen Akkord, jede Phrase, jeden melodischen Bogen bis zum Letzten auskostet.

So Einiges von dessen Spielkultur und –Haltung findet sich in Simons eigener Tastenarbeit (dass er selbst mit der WDR Big Band als gerade einmal Fünfzehnjähriger und bereits als Zwölfjähriger mit dem Metropole Orchestra gespielt hat, sei nur am Rande erwähnt). Das wurde mir besonders bewusst, als ich den gebürtigen Aachener und heutigen Wahl-Kölner das erste Mal bei der Jazzbaltica 2018 erlebte. Der Schlagzeuger Wolfgang Haffner – ein Meister des druckvollen und zugleich entspannt fließenden, reduzierten Spiels - hatte den damals Zwanzigjährigen in seine Band geholt, für das groovende, aber auch ungemein relaxte Projekt Kind of Spain. „Von dem Mann wird man noch viel hören!“, prophezeit Haffner. „Er spielt jetzt schon unglaublich. Mit einer Reife und einer Ruhe, die ich mit 20 nicht hatte! Er kann abdrücken, wenn er will, liebt aber genauso die Pausen! Ein ganz spezieller Typ.“

Einige kennen ihn als langjährigen Partner des holländischen Schlagzeugers Jerome Cardynaals im Duo Twogether und als Organist und Keyboarder der Soul-Funk-Band Pimpy Panda. Nun also sein Debüt in eigener Sache. Es wird Zeit und ist an der Zeit. It’s about time.

The right people in the right place at the right time. Haffner öffnet ihm weitere Türen, empfiehlt ihn u.a. an den Saxophonisten Bill Evans, der für eine Australien-Tour mit seiner Band The Spy Killers einen Keyboarder sucht und in Simon den Richtigen findet. Schnell spricht sich der Name Oslender in der internationalen Szene herum. Beim 25-jährigen Jubiläum der Zeitschrift Jazzthing begleitet er in Köln mit den Cologne Funkateers Trompeter Randy Brecker. Damals auch dabei: Gitarrist Bruno Müller, Bassist Claus Fischer und Schlagzeuger Hendrik Smock.

Sie alle feiern mit Keyboarder Ricky Peterson, Vibraphonist Christopher Dell, Gitarrist Hanno Busch, Perkussionist Roland Peil und den Sängern Peter Fessler und Cosmo Klein Simons Debüt. Ein fulminanter Einstand zum richtigen Zeitpunkt. Eine rauschende Party mit Funk und Fusion, Soul und Blues, Jazz und Pop.

WAREHOUSE. „Mein erstes Konzert mit der Wolfgang Haffner Band habe ich in Namibia gespielt, im Warehouse Theatre in Windhoek. Irgendwann saß ich im Schlafzimmer am Klavier - und dann kam das dabei heraus! Das ist immer so: Wenn ich plane, etwas zu schreiben, kommt nichts dabei heraus, in den komischsten Momenten aber hat man plötzlich eine Idee! Aufgenommen haben wir den Titel mit der fast kompletten Haffner Band. Die Stimmung des Stückes spiegelt die Atmosphäre des Warehouse. Ein Stück, auf das ich besonders stolz bin.“

ONE FOR G.D. „Bei George Duke kommt jede Note aus dem Herzen. Das ist mein großes Ziel: dass jeder Ton genauso gemeint ist, man alles Drumherum weglässt und nur das spielt, was wirklich aus der Seele kommt. Ich habe ihn leider nie live sehen können, aber so viel von ihm gelernt – nur durchs Hören. Deshalb war es mir eine Herzensangelegenheit, ihm dieses Stück zu widmen. Mein absoluter Lieblingskeyboarder. Danke, George!“

SUMMER IN BERLIN. „Ein herrlicher Sommerurlaub in Berlin mit meinem besten Freund. Keinerlei Pläne, wir haben nur gemacht, wozu wir gerade Lust hatten. Und diese Stimmung fängt das Stück ein. Wir haben es im Studio ohne Trompete aufgenommen. Aber dann habe ich mir gewünscht, dass Randy Brecker da drüber spielt, bei dieser Art von Nummer habe ich Randy im Kopf schon spielen gehört, als ich sie komponiert habe.“

diese Art von Nummer, das ist Randys Parade-Disziplin! Wolfgang Haffner bestärkte mich und sagte, ‚frag ihn doch einfach!‘ Seine Antwort: ‚Ja, klar!‘ Er spielt jeden Ton mit so viel Herzblut. Das hat das Stück noch einmal veredelt.“

DON’T EVER LOOK BACK. „Ich war in meinem Studio und habe ein Album meines Freundes Alex aufgenommen. In einer Pause lief ich am Wurlitzer-Piano vorbei und klimperte gedankenverloren ein paar Töne. Genau in dem Moment lief Alex vorbei und rief: ‚Mann, das ist ein Song!‘ Ich war verwundert und spielte es noch einmal, bewusst. Wir nahmen es schnell mit dem Handy auf und so entstand die Melodie des Stückes. Ein paar Tage später habe ich es fertig komponiert. All das wäre nie passiert, wäre nicht mein Freund zufällig im selben Raum gewesen, als ich völlig ahnungslos einige Tasten drückte... Im Studio haben wir gleich den ersten Take genommen. Ein magischer Moment mit einem Jahrhundert-Solo von Hanno Busch und einer großartigen Ruhe und Spannung.“

FRAGILE. „Mir war es wichtig, mit Peter Fessler etwas zusammen zu machen, wir kennen uns schon länger. Er hat sich auf der Gitarre ein unglaubliches Arrangement für den Sting-Klassiker ausgedacht. Total offen, sehr langsam, mit viel Raum und Zeit. Beim Hören von Peters Aufnahme sind uns in der Regie die Tränen gekommen. Dann habe ich mich ans Piano gesetzt und es einfach nur kommentiert. Für mich neben LULLABY der Ruhepol des Albums.“

FEEL LIKE MAKING LOVE. „Das Arrangement haben wir uns auf einer Tour mit der Wolfgang Haffner Band ausgedacht. Als der Gedanke aufkam, Christopher als Gast für die CD anzufragen, war klar, dass die Nummer mit ins Repertoire muss. Noch vor dem offiziellen Aufnahme-Beginn sind Wolfgang, Chris, Claus Fischer und ich ins Studio gegangen und haben zwei Stücke eingespielt, FEEL LIKE MAKING LOVE und WAREHOUSE. Der perfekte Auftakt - mit viel Spaß und einer wunderbaren Stimmung, die die gesamte komplette Session prägen sollte.“

ROOFTOP PARTY. „Das Stück habe ich schon vor einiger Zeit geschrieben und ich hatte von Anfang an Bill Evans im Kopf. Ich wusste, auf dieser Nummer muss Bill spielen, habe mich aber lange nicht getraut, ihn zu fragen. Dann lernten wir uns näher kennen, irgendwann nahm ich all meinen Mut zusammen und fragte ihn. Er hat sofort reagiert und zugesagt.“

EDGE OF LIFE. „Den Song habe ich mit Cosmo Klein geschrieben, der hier auch singt. Im Studio dachten wir, dass irgendetwas noch fehlt. Dann kam Ricky Peterson vorbei und hat ein Wahnsinns-Bläser-Arrangement ausgepackt, das er selber auf einem Synthesizer spielt. Das habe ich dann mit Paul Heller und Rüdiger Baldauf als ‚echten‘ Bläsern noch gedoppelt. Ein Highlight!“

WHEN IT HITS YOU. „Ein Orgel-Shuffle in F. Da komme ich her und das habe ich schon immer geliebt, das durfte also auf dem Album nicht fehlen. Ich wollte einen herrlichen Fusion-Shuffle haben, der aber kein konventioneller Blues ist, sondern etwas vielseitiger. Hier kommen vor allem Claus Fischer und Hendrik Smock zur Geltung, die da unten alles wegschieben! Das Groove-Team par excellence!“

LULLABY FOR TOM. „Tom war früher…mein Kuscheltier! Damals Single, hatte ich niemanden, für den ich sonst ein Schlaflied hätte schreiben können…!! Das ist vor einigen Jahren entstanden, aber nie aufgenommen worden. Ich dachte erst, dass eine Klavier-Ballade nicht zum restlichen Repertoire passen würde, aber irgendwann hat sich herausgestellt, dass genau diese Nummer gut passt! Ein runder Abschluss für das Album, quasi ein Abschied für den Hörer. Man kann so viele Akkorde und kompliziertes Zeug spielen, alles schön und gut. Aber letztlich ist das Kraftvollste…das Einfache.“

Der letzte Ton: ein simpler Dreiklang. Ein ruhiges Ausatmen.

It’s all about (the) timing.

It’s all about (the) time.

About time.

Karsten Mützelfeldt

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