JAN FELIX MAY

JanFelixMay cover web
Album: Red Messiah
Label: Jazzline
Vertrieb: Rough Trade
VÖ: 5. Oktober 2018
Jan Felix May gehört zu einer Generation, die keine stilistischen Berührungsängste kennt. Neue Verbindungen zu kreieren, statt an alten Abgrenzungen festzuhalten, lautet die Devise. Dabei zeigt May, Ende 1993 geboren, kompositorische und spielerische Präzision, innovativem Gestaltungswillen und Humor. Schon mehrfach wurde er ausgezeichnet, beispielsweise 2016 bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen, wo er den Solisten-Wettbewerb gewann und mit seiner Band den zweiten Platz belegte.

Zwar zählt Frank Zappa nicht direkt zu Mays Vorbildern, eine gewisse Verwandtschaft in der Geisteshaltung lässt sich aber erahnen. Etwa im gewitzten Mix aus klassischen und modernen Einflüssen, die bei Jan Felix May von Jazz über elektronische Musik bis zu Impressionismus und Progressive Rock reichen. Der junge Pianist und Komponist weiß, wie man ausgeklügelte Musik so attraktiv gestalten kann, dass sie neben hartgesottenen Spezialisten auch viele andere offene Ohren aus unterschiedlichen Generationen erreicht. 

„Red Messiah“ Tour 2019

12.04.19 – Karlsruhe, Tempel
02.05.19 – München, Milla Club
09.05.19 – Lüneburg, Salon Hansen
11.05.19 – Frankfurt a.M., Jazz Montez
12.05.19 – Rüsselsheim am Main, Das Rind
27.10.19 – L-Luxembourg, Neimenster

Jan Felix May: compositions, grand piano, synthesizers, vocals

 Lukas Roos: guitar

Eduardo Sabella: electric bass, double bass

Julian Camargo: drums, drumpad

Kerstin Haberecht: soprano & alto saxophone

Special guests:

Torun Eriksen: vocals; Christian Brückner: voice

„Red Messiah“, Jan Felix Mays Debütalbum, klingt frisch und ungewohnt anders. Randvoll mit interessanten Details, vermittelt es stellenweise eine überraschende, unaufdringliche Leichtigkeit. Dafür sorgen manche eingängigen Melodien und ein moderner Sound. Das durchdachte Gesamtkonzept verblüfft mit innovativen, bisweilen absichtsvoll kontrastierenden Facetten. Zu ihnen gehören wiederkehrende und variierte Motive sowie viele ungerade Metren. Weiterhin ein breakverliebter Song mit der norwegischen Sängerin Torun Eriksen und eine atmosphärische, narrative Ballade, in der kein Geringerer als Christian Brückner den eindringlichen Erzähler gibt. Auf Formen und Strukturen, ob in einzelnen Stücken und als übergreifende Idee, legt May besonderen Wert. Enorm viel Zeit und Herzblut ist in die Kompositionen und Arrangements geflossen, sagt der souveräne Pianist. „Bestimmte Klänge, beispielsweise Klavier und Glockenspiel, Synthesizer und produzierte Drumsounds, sind eng miteinander verknüpft und bestimmen die gesamte Ästhetik. Ich finde es interessant, wenn die Stücke einen Bezug zueinander haben, sei es rhythmisch, harmonisch oder melodisch.“ In diesem Zusammenhang verweist er auf Gustav Mahler, dessen Spiel mit Themen, die an unterschiedlichen Stellen, in verschiedenen Stücken immer wieder an- oder erklingen, ihn stark inspiriert hat.

Ebenso essentiell für May sind ungerade Takte, die von 3/8 bis zu verwirrenden Kombinationen und komplizierten periodischen Systemen wie in „J Rock“ reichen. Dass Jazz zu einem großen Teil auf Rhythmik basiert, ist klar. Jan Felix May dreht die Schraube klug und lustvoll einige Umdrehungen weiter. „Ungerade Metren machen Türen auf, ähnlich wie wenn man auf eine #9 in einem Dur-Akkord stößt. Plötzlich eröffnen sich sehr viele neue Möglichkeiten, beispielsweise für Phrasen, die nur innerhalb bestimmter Rhythmen Sinn ergeben, oder für spezielle Soli.“ Dass einige der schrägen Metren und präzisen Breaks womöglich erst mal im Hintergrund bleiben, ist für May in Ordnung. „Ich empfinde es als Kompliment, wenn man nicht immer genau sagen kann, warum die Musik anders klingt als solche im 4/4-Takt.“

Was für andere Jazzer New York bedeutet, verbindet Jan Felix May mit Paris: „ein wichtiger Ort, der mir viel Energie gibt.“ So reiste die Band in die Metropole an der Seine, um im Studio de Meudon die Basistracks des Albums einzuspielen. Dort steht ein erstklassiger Flügel, an dem bereits Brad Mehldau und Tigran Hamasyan saßen. May sah voraus, dass die gesamte Band in Paris aufleben würde. „Es lag nahe, dass wir hier emotionaler, vielleicht sogar euphorischer spielen würden als in unserem gewohnten Umfeld.“ Für ihn selbst hat die Magie der französischen Hauptstadt auch mit einem seiner wichtigsten Impulsgeber zu tun: Jacques Brel. „Seine Dringlichkeit und die Vehemenz seiner Auftritte faszinieren mich schon lange. Brel hat seinem Publikum kaum Zeit gelassen zu applaudieren, es einfach nicht zur Ruhe kommen lassen, eine fesselnde Dichte an Ereignissen kreiert.“

Dass May vorab viel Zeit in seine Kompositionen gesteckt hat, lassen sehr exakt ausformulierte, umfangreiche Noten erkennen. Trotzdem hat die Band einen entscheidenden Anteil am Gesamtsound. „Wir kennen uns schon Jahre und bewegen uns auf derselben Wellenlänge. Alle haben ein Gespür dafür, welcher Klang mir vorschwebt. Gemeinsam sind wir im Jazz verwurzelt und offen für viele Einflüsse, individuell gehen wir in unterschiedliche musikalische Richtungen“, konstatiert Bandleader May. Mit seinem druckvollen E-Bass, den er nur selten gegen einen Kontrabass tauscht, beflügelt Eduardo Sabella den variablen Puls und die rhythmische Intensität der Stücke. Der eruptive Drummer Julian Camargo wurde als Sohn eines kolumbianischen Vaters mit lateinamerikanischer Musik sozialisiert, was sich in „Internal Conversation is Keeping You from Love“ und im Instrumental-Teil von „May Love“ zeigt. Zudem hat er, wie wohl die meisten seiner Generation, viel Hiphop und Neo-Soul gehört. Auch May, der mit 13 Jahren durch Oscar Peterson zum Jazz kam und drei Jahre später als Leader und Songschreiber einer Funkband auftrat, schätzt Club- und andere elektronische Sounds. Ebenso wie Eric Satie (siehe „The Day I Die“) und Maurice Ravel, letzteren wegen seines „unglaublichen Detailreichtums“. Darüber hinaus findet er mit dem flexiblen, häufig rockigen Gitarristen Lukas Roos zu Passagen, die Erinnerungen an Pat Metheny & Lyle Mays' weitläufige Klangwelten wecken.

Dem Studio-Aufenthalt in Frankreich folgten rund 11 Monate, in denen May akribisch  Details der Aufnahmen weiter entwickelte. Er fügte Overdubs mit Flächen, rhythmischen Sounds und Synthesizern hinzu, dabei arbeitete er oft mit Julian Camargo, der letztlich als Co-Produzent wirkte. Das Ergebnis, 12 ungewöhnliche Stücke von insgesamt rund 60 Minuten, lässt Genre- und andere Grenzen hinter sich.

„Es ist eine Art moderner Rock mit Electro-Ästhetik, gespielt von Musikern, die alle vom Jazz kommen“, formuliert Jan Felix May seine Definition der Musik auf „Red Messiah“. Passagen, in denen akustische Instrumente wie Flügel oder Kerstin Haberechts Saxophone die Ideale des zeitgenössischen Jazz hochhalten, kontrastieren mit druckvollen, elektronisch aufgeladenen, manchmal fast harschen Momenten. Das dynamische Wechselspiel aus Transparenz und Verdichtung erzeugt Energieschübe ganz eigener Art. Bei aller Raffinesse ist es May wichtig, sein Publikum nicht nur zu überraschen, sondern auch zu berühren und auf kurzweilige Art klug zu unterhalten. Daher hat der selbstbewusste Musiker keine Angst vor Melodien, die im Kopf bleiben. Mit seinem vielschichtigen Debüt  positioniert sich Jan Felix May als bemerkenswert gewandter Komponist, Bandleader und Pianist in der aktuellen Szene.   

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